Sicheres Arbeiten mit dem Messer

 

Messer gehören beim Survival und Bushcraft ganz einfach dazu. Und so genial und nützlich das Messer Draußen in der Natur ist, so gefährlich kann der unaufmerksame Umgang mit diesen wichtigen Werkzeugen sein. Werfen wir gemeinsam einen Blick auf die wichtigsten Messerregeln und Sicherheitstipps für das sichere Arbeiten mit dem Messer…


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Nur ein scharfes Messer ist ein sicheres Messer

Die Arbeitssicherheit beginnt beim Werkzeug. So muss das Messer gut gewartet und verarbeitet sein, dass ist klar. Doch zusätzlich ist nur das scharfe Messer wirklich sicher. Warum, denn das klingt doch Unsinnig! Mit einem scharfen Messer entstehen doch tiefere Wunden als bei Stumpfen? Mag sein, aber mit stumpfen Messern passieren die Unfälle aber öfter. Ein scharfes Messer schneidet das Werkstück im Idealfall wie Butter. Die Schärfe lässt das Messer einfach und leicht durch das Holz gleiten. Nur so ist kontrolliertes Arbeiten möglich. Im Gegensatz dazu braucht das stumpfe Messer sehr viel Kraft um durch den Ast zu gleiten. So hat man weniger Kontrolle über das Werkzeug und gerade durch das lange Arbeiten ermüdet man rasch. Auf diese Art entstehen Unfälle. Daher – Scharf ist sicher!

Weg vom Körper arbeiten!

Diese Regel macht ganz einfach Sinn. Rutsch man ab trifft man womöglich den Körper. Daher macht es im eigenen Interesse Sinn den Körper aus der Schnittlinie zu halten. Obwohl der gesunde Menschenverstand diese Regel geradezu aufdrängt sehe ich viele Menschen bei meinen Survival Trainings die genau gegen diese Regel verstoßen. Da wird zu Fingern, Brustkörben, Händen und gar Oberschenkeln geabrbeitet. Alles sehr gefährlich – gerade der Oberschenkel…

Achtung beim Oberschenkel!

Auf der inneren Seite des Oberschenkels verläuft eine Hauptatherie des menschlichen Körpers. Wird diese durch ein Messer durchtrennt verblutet man in wenigen Minuten. Eine echte Lebensgefahr! Daher ist diese Zone absolut tabu. Das Messer darf nicht mal in die Nähe des Oberschenkel kommen.

Willst Du schnitzen sollst Du sitzen!

Im Stehen fehlt es an Stabilität und der Schnitzende könnte unabsichtlich von anderen Personen gestoßen werden. So kann man sich selbst aber auch andere unbeteiligte Personen verletzen. Achtet daher auch einen guten Sitzplatz beim Schnitzen!

Schnitzen und Gehen ist ein ernstes Vergehen!

Wie oft sehe ich Menschen, die beim Gehen Schnitzen. Wer dann stolpert hat ein echtes Problem. Entweder tut man sich selber weh oder verletzt Jemanden der zufällig im Weg steht. Das Missachten dieser Grundregel ist eine der häufigsten Ursachen für Verletzungen beim Arbeiten mit dem Messer.

Abstand halten

Ist man in einer Gruppe unterwegs ist Abstand ein wichtiges Thema! Zu mindesten eine Armlänge Abstand zwischen den Personen ist umbedingt nötig.

Bohren mit dem Messer

Es ist genetisch bedingt, aber fast Alle bohren mit dem Messer auf eine Art und Weise, die massiv gefährlich ist. Wenn man auf diese Art und Weise Bohren möchte, dann sollte das Werkstück auf einem anderen Holz abgelegt werden. Doch es gibt auch eine sichere Methode um mit dem Messer zu Bohren. Man nehme das Messer am Messerrücken lässt nur die Messerspitze hervorragen. So kann man gut Bohren und minimiert die Aufwirkung der Verletzung massiv.

Hacken mit dem Messer lässt man besser!

Und wenn man dennoch Hacken muss dann bitte mit Obacht. Achte auch Deine Finger und Hände. Auch sollte der restliche Körper beim Abrutschen des Messers geschützt sein. Daher genügend Abstand halten und achtsam arbeiten!

Richtige Sitzhaltung beachten!

Auch wenn diese Regel vielleicht in die Kategorie „Weg vom Körper arbeiten“ fällt will ich nochmals ein paar Elemente anführen. Zwischen den Beinen zu Schnitzen ist ok, sofern man weit genug nach Vorne gebeugt ist. Am Besten schnitzt man verdreht. So kann das Messer nicht in die Luft abrutschen.

Messer nicht geöffnet liegen lassen!

Auch eine Unart, die durch zu hektisches und schnelles Arbeiten entsteht. Wir kennen das Alle: Man arbeitet an einem Werkstück und muss eine kleine Pause einlegen. Nur 30 Sekunden. So legt man das Messer am Boden ab – arbeite ohne Messer weiter – und nimmt dann das Messer wieder auf. Abgesehen davon, dass das Messer so im Dunkeln leicht verloren geht kann man sich beim Aufnehmen einfach Schneiden. Daher versuche immer das Messer sofort, auch bei kurzen Pausen zu versorgen.

Messer ziehen sobald das Gehirn an Schneiden denkt!

Es passiert automatisch. Das Gehirn denkt „Schneiden“ und die Hand zieht das Messer obwohl der Ast noch Meter entfernt ist. Das passiert sogar Profis. Daher – Messer erst ziehen sobald man direkt vorm Werkstück steht.

Messersicherheit geht Alle an!

Beobachtet man Jemand, der mit dem Messer unachtsam umgeht oder gegen eine wichtige Regel verstösst, dann ist man berechtigt auf sachliche und angenehme Art und Weise den Betroffenen auf sein unsicheres Handeln aufmerksam zu machen. Auch wenn es Menschen gibt, die keine Ratschläge brauchen – Sicherheit geht vor!

Bei Gruppen: Vor jedem Schnitzen die Regeln durchgehen!

Wenn man mit Gruppen unterwegs ist und mit dem Messer gearbeitet werden soll, dann muss eine Sicherheitseinweisung erfolgen. So wird das Wissen der Teilnehmer nochmals aufgefrischt und für Anfänger sind die Tipps und Regeln mehr als wertvoll!

Respekt!

Messer verdienen unseren Respekt! Respekt vor den Möglichkeiten, die uns Messer bieten aber auch Respekt vor deren Gefährlichkeit! Respekt, Ruhe und Gelassenheit führen zum Erfolg und minimieren Verletzungen. Lieb Grüße und viel Spaß beim Schnitzen, Reini Rossmann

About the author

Reini Rossmann

Hauptberuflicher Survival und Bushcraft Trainer, Leiter von Pflanzenseminaren, Vortragender und Autor