Giftpflanzen: Die Schneebälle – ein gifter aber interessanter Strauch

Die Gattung der Schneebälle (Viburnum) sind weit verbreitete Sträucher, die auf der gesamten Nord-Halbkugel anzutreffen sind.

Das Holz, die Blätter und auch die Beeren sind giftig. Über die Stärke des Gifts streitet die Fachwelt.
Auch wird diskutiert ob die Beeren nun giftig oder nur wenig giftig sein sollen. Auch gäbe es Arten wie zum Beispiel den wolligen Schneeball (Viburnum lantana) dessen Beeren gar nicht giftig seinen.
Doch für uns Survivalisten ist somit der Schneeball als Notnahrung tabu – zumindest nicht ohne die Beeren zu verarbeiten.
Ob das Risiko von Durchfall, Übelkeit und Erbrechen den Nährwert der Beeren aber wirklich abdeckt muss Jeder selbst entscheiden.

Für den Bushcrafter ist der Schneeball aber aus anderen Gründen wesentlich interessanter. Die Äste sind gutes Material für das Weiterverarbeiten.

Meist sind die Äste schnurgerade.
Zusätzlich ist das Holz fest und gleichzeitig biegsam – also ideal für Pfeilschäfte.
Als Pfeile für den Survivalbogen sind Schneebälle eine gute Wahl.
Auch Ötzi hatte Pfeilschäfte aus dem wolligen Schneeball dabei.

Am Foto kann man die geraden Äste gut erkennen. Nur Hasel ist meiner Meinung nach noch gerader.
Jedoch ist das Material der Hasel etwas anderes.
Biegsamer aber weniger fest.

Doch ein Text kann das gar nicht beschreiben. Man muss den Unterschied in der Praxis ausprobieren. Da Schneebälle und Hasel relativ weit verbreitet und häufig anzutreffen sind, sollte ein Praxistest kein Problem sein.

 

Die Beeren der Schneebälle sind unterschiedlich.
So sind die reifen Beeren des gemeinen Schneeballs rot während die Beeren des wolligen Schneeballs blau werden.

Die Beeren des gemeinen Schneeballs sind auf jeden Fall roh giftig. Besonders Kinder fühlen sich von den lecker aussehenden roten Beeren magisch angezogen. Hier muss man aufpassen, denn bei Kindern wirken Gifte auf Grund des kleineren Körpers wesentlich heftiger.

Es gibt Berichte, dass das wochenlange Einlegen der Beeren in Wasser das Gift auslaugen.
Auch sollen die Beeren des gemeinen Schneeballs nach dem ersten Reif nicht mehr giftig sein.
Angeblich zerstört der Reif mit seinen tiefen Temperaturen die Gifte Oxal und Saponine. Ich habe das noch nie getestet und werden es auch nicht tun. Ich grabe lieber nach Wurzeln wie zum Beispiel der Wegwarte oder der wilden Pastinaken als Schneeballbeeren zu verzehren.

Hier noch Bilder der Blätter des gemeinen Schneeballs um die Bestimmung zu erleichtern:

About the author

Reini Rossmann

Hauptberuflicher Survival und Bushcraft Trainer, Leiter von Pflanzenseminaren, Vortragender und Autor