Giftpflanzen: Die Familie der Scheinzypressen

Wer sind in der Natur Nahrung aus der Welt der Pflanzen suchen will, muss zuvor Giftpflanzen erlernen.

Eine wichtige Gruppe bzw. botanisch gesehen eine Unterfamilie sind die Scheinzypressen.

Diese Familie ist relativ einfach zu erkennen und verfügt über folgende Merkmale:

  • Schuppige Nadeln
  • kleine eiförmige Zapfen

Die schuppigen Nadeln sind sehr einfach zu erkennen. Wer zum Beispiel den Lebensbaums oder Sadebaum erkennt kann alle anderen Arten ebenfalls gut erkennen. Besonders Ziersträucher in Parks und Gärten werden gerne Scheinzypressen eingesetzt. Gutes Beispiel ist sicher die Thuja.

Und auch die Zapfen sind gut erkennbar. Sie sind meist eiförmig und klein. Wesentlich kleiner als Zapfen von Fichten oder Kiefern. Das macht die Unterscheidung auch sehr einfach.

Somit kann man die Regel aufstellen, dass alle Bäume oder Sträucher mit schuppigen Nadeln und kleinen eiförmigen Zapfen weder zu Nahrung oder als Heilmittel eingesetzt werden sollen, weil die Gefahr einer Vergiftung besteht.

Wie gefährlich sind die Gifte der Scheinzypressen?

Die giftigen Inhaltsstoffe der Scheinzypressen darf man keineswegs auf die leichte Schulter nehmen. Bei empfindlichen Personen kann bereits der Kontakt mit den Zweigen Hautreizungen verursachen.

Die innerliche Einnahme von Scheinzypressen ist durch aus tödlich. Besonders die Zapfen und Zweigspitzen sind strak toxisch, was besonders bei Kindern zu Problemen führen kann.

Anfangs und bei kleinen Dosen kommt es zu Erbrechen, Übelkeit und Durchfall. Im weiteren Verlauf

Einsatz von Scheinzypressen in der Pflanzenheilkunde

Es mag nun das Argument kommen, dass früher zum Beispiel Vertreter der Lebensbäume als Heilpflanzen eingesetzt wurden  und auch heute noch in der Homöopathie Thuja als Mittel verwendet wird. Ja, dass ist Alles richtig, doch wer will in einer Survival Situation ein solches Risko eingehen?

Und außerdem – In der Homöopathie werden dermaßen kleine Dosen verabreicht, dass es zu keiner Vergiftung kommen kann. Und auch in der Pflanzenheilkunde wurden Lebensbäume nur äußerlich eingesetzt – zum Beispiel bei Gicht und anderen Entzündungen in Gelenken.

Scheinzypressen als Insektenschutz?

Manche meinen, dass der Rauch von Scheinzypressen als Abwehr von Insekten im Lagerfeuer eine gute Idee sei. Ich glaube sofort, dass Insekten den Rauch von Sadebäumen aus dem Wege gehen. Schliesslich ist das enthaltene Gift Thujone auch im Rainfarn (Tanacetum vulgare) enthalten, der als natürlicher Stoff zur Insektenabwehr verwendet werden kann.
Doch der Rauch ist auch für uns Menschen giftig und gefährlich. Es macht auch einen Unterschied ob man ein paar wenige Blätter des Rainfarn verbrennt oder einen ganzen Stamm eines Sadebaums. Also niemals Scheinzypressen verheizen.

 

Insgesamt ist die Anwendung in Survival Fällen unerheblich, sinnlos und gefährlich!

Solides Wissen über Giftpflanzen ist nötig!

Wer es wirklich ernst meint mit dem Sammeln von Wildpflanzen und der pflanzlichen Notnahrung, der muss sich ein solides Wissen über giftige Pflanzen aufbauen. Und zwar bevor man Pflanzen verwenden möchte.
Dieses Wissen muss man zuerst erwerben und später immer wieder auffrischen und erweitern.

Als guten Einstieg kann ich das Buch „170 Giftpflanzen“ empfehlen. Es ist gut gegliedert und zeigt die wichtigsten Giftpflanzen im Portrait.
Die Bilder im Buch sind tadellos. Jedoch würde ich mein Leben nicht auf Fotografien verwetten.

Wem es mit pflanzlicher Notnahrung wirklich ernst ist braucht meiner Meinung nach DAS NACHSCHLAGEWERK der Botanik, den Rothmaler. In diesem Atlasband sind alle Pflanzen und Bäume in Mitteleuropa enthalten.
Auch wenn man damit natürlich keine Pflanzen in Südamerika bestimmen kann muss man sit zuerst auf das Pflanzenleben in der eigenen Heimat beschränken. Wer die Familien giftiger Pflanzen – wie eben die der Scheinzypressen – in Europa erkennt kann dieses Wissen auch in allen Gebieten unserer Erde einsetzen.

Also – Der Rothmaler Altasband ist eigentlich DAS Nachschlagewerk schlechthin. Link auf amazon.de

About the author

Reini Rossmann

Hauptberuflicher Survival und Bushcraft Trainer, Leiter von Pflanzenseminaren, Vortragender und Autor