Gefahren durch Lawinen Teil 1: Gefahrenzeichen

In der Winterzeit ist das Wissen über die Gefahren in der Natur besonders wichtig. Schnee und Kälte sind „schnelle Killer“. Daher ist Survival Wissen angesagt. Wir werfen in Teil 1 einen Blick auf die Gefahrenzeichen, die uns vor Lawinen warnen. Dazu kommen die beiden österreichischen Experten Dr. Rudi Mair und DI Patrick Nairz zu Wort.
Lawinen töten – daher wollen wir uns Gefahren von Lawinen genauer ansehen. Dazu kann ich Dir dieses Video empfehlen. Die Autoren des Praxisbuch „Lawine. Die 10 entscheidenden Gefahrenmuster erkennen: Praxis-Handbuch“ erklären die Gefahrenbereiche einer Lawine.

Die Autoren haben über 25 Jahre Lawinenunfälle beobachtet und haben dazu 10 Lawinen-Gefahren-Muster erkannt.

1. Der zweite Schneefall

Auf eine bestehende Schneedecke schneit es wieder. Es entsteht ein weitere Schneedecke. Daraus ergeben sich 2 Schneepakete, die nicht zusammenpassen und diese liegen nun aufeinander. Das Resultat ist Rutschgefahr.

2. Gleitschnee Lawine

Die gesamte Schneedecke gleitet durch die Schwerkraft als ganzes Stück den Hang entlang hinunter. Durch die Bewegung entstehen nach und nach Risse in der Schneedecke, die bis ganz zum Erdboden reichen können. Dies kann dann zum „Abbrechen“ oder „Wegbrechen“ von Schneefeldern führen. Es ist aber auch möglich, dass der gesamte Schneehang in Bewegung kommt und als Lawine abgeht. Laut dem Autor Dr. Rudi Mair eine sehr unangenehme Lawine.

3. Regen

Steht Regen ein muss der Alpinist, Snowboarder oder Schifahrer an die mögliche Gefahr zu denken beginnen. Durch den Regen entsteht mehr Gewicht in der Schneedecke und die Gefahr eines Abgangs steigt. Überdies kann durch das Regenwasser die Bindung gemindert werden und das Abgehen von Schneefeldern entstehen. Regen ist also ein klassisches Lawinenzeichen.

4. Warmes Wetter folgt auch kaltes Wetter und dann wieder Warmes usw.

Dr. Rudi Mair bezeichnet dieses Gefahren Zeichen im Interview mit „Warm auf Kalt & Kalt auf Warm“. Durch den Wechsel von warmen und kalten Wetter entstehen Schwachstellen in der Schneedecke.

5. Lange Kälteperioden

Es entstehen durch die tiefen Temperaturen auch der Schneedecke kantige Bereiche. Wenn es nun auch diese Schneedecke schneit, kann der Neuschnee keine Verbindung eingehen – was zum Steigen der Lawinengefahr beiträgt. DI Patrick Nairz zeigt im Video mit Hilfe des Kompressionstest, wie dies in der Praxis aussieht.

6. Locker Neuschnee und Wind

Besondere Gefahr geht in diesem Muster vom Wind aus. Rudi Mair zitiert eine alte Lawinenregel „Wind ist der Baumeister der Lawinen“ und fügt bei, dass diese Regel auch heute noch die gleiche Gültigkeit wie früher hat. Lockerer Neuschnee wird durch den Wind bewegt und transportiert. Damit steigt die Lawinengefahr deutlich an.

7. Übergänge zu schneearmen Bereichen

Liegt auf einem einen Bereich viel Schnee und an einem anderen Bereich nur wenig, dann müssen die Gefahrenglocken läuten. Die schneearmen Bereiche sind viel sensibler auf Störungen durch Tourengeher, Freistil-Abfahrer und Co. Daher ist jeder Übergang zu beachten.

8. Eingeschneiter Oberflächenreif

Gefrorene Schneeoberflächen mit großen Schneekristallen sind laut Rudi Mair brandgefährlich, weil diese Neuschnee keinen Halt geben und dann ein Abrutschen begünstigen.

9. Neuschnee auf Graupelkörner

Die gefrorenen Körner sind dermaßen rutschig, dass Neuschnee keinen Halt finden kann und so die Lawinengefahr massiv erhöht.

10. Lawinengefahr im Frühjahr

Durch das wärmer werdende Wetter entstehen wieder Bereiche in der Schneedecke, die instabil werden und so Lawinen begünstigen. Dr. Mair erklärt diese Zusammenhänge in dem Video aber ideal – also wirf einen Blick auf das sehr interessante Interview.

Buchtipp und Ausblick auf Teil 2 zum Thema Lawinen Survival

Eine ideale Buchempfehlung zum Thema Lawinen Survival ist das Praxisbuch „Lawine. Die 10 entscheidenden Gefahrenmuster erkennen: Praxis-Handbuch

In Teil 2 werfen wir dann gemeinsam einen Blick auf Verhaltensregeln bei Lawinenabgängen und wie Du im Notfall Deine Überlebenschance erhöhen kannst. Hier geht es um Teil „Verhaltensregeln Lawinenabgang

About the author

Reini Rossmann

Hauptberuflicher Survival und Bushcraft Trainer, Leiter von Pflanzenseminaren, Vortragender und Autor