Bronchitis

Bronchitis ist eine der häufigsten Diagnosen in den heimischen Arztpraxen und da die Krankheit so oft vor kommt ( wer hatte noch nie eine Bronchitis ?) wollen wir einen Blick auf die Möglichkeiten der Survival-Medizin darauf richten.

Bronchitis – Was ist das eigentlich?
Man unterscheidet in der Medizin die akute Bronchitis, chronische Bronchitis und die chronische obstruktive Bronchitis. Wir wollen uns der akuten, also der plötzlich auftretenden Bronchitis widmen, die durch unterschiedliche Erreger entstehen kann:

  • Viren
  • Bakterien
  • Pilze

Symptome der Bronchitis
Folgende Beschwerden sind typisch:

  • Husten ( auch Nachts )
  • Atemgeräusche beim Ein- und Ausatmen ( medizinischer Ausdruck = Stridor )
  • Auswurf ( medizinischer Ausdruck = Sputum )
  • möglicherweise Fieber
  • Kopfschmerzen
  • Schmerzen im Brustbereich

Diagnose einer Bronchitis
Perkussion ( also Abklopfen ) und Auskultieren ( also Abhorchen ) sind die ersten Diagnosemethoden.
Im Zuge der Anamnese  ( also das Befragen des Patienten ) werden die Symptome angefragt.
Zum Beispiel: Nächtlicher Husten ist ein Anhaltspunkt für eine Bronchitis und ergibt mit den anderen Angaben ein gesamtes Bild.

Unterschiede zwischen viraler und bakterieller Bronchitis?
Um die Erreger als Virus oder Bakterien für eine Bronchitis diagnostizieren zu können werden oft die Farbunterschiede des Auswurf, also dem ausgehusteten Schleim verwendet. Doch sind dies nur Anhaltspunkte und können keine endgültige Sicherheit geben.
Dennoch unterscheidet man

  • Auswurf – hell, klar, weiß, cremig – jeher Virale Bronchitis
  • Auswurf – eitrig, dunkel, ständig blutig  – jeher Bakterielle Bronchitis

Auch die Entwicklung und die höhe des Fiebers lassen Aufschluss auf die Erreger ziehen:
hohes Fieber über 39°C über Tage – jeher Bakterielle Bronchitis
erhöhte Temperatur & leichtes bis massiges Fieber  – jeher Virale Bronchitis

Aber auch beim Fieber sind dies nur Tendenzen und Anhaltspunkte – keine endgültige Diagnose.
Die würde nur eine serologische Untersuchung des Auswurfs ergeben und selbst bei einer Laboruntersuchung muss nicht immer ein eindeutiges Ergebnis entstehen.

Der Verlauf der Krankheit
Einer Bronchitis geht manchmal Schnupfen und Halsschmerzen voraus – jedoch muss das nicht sein. Die Krankheit ist in der Regel nach 10 Tagen ausgeheilt. Länger dauernde Beschwerden müssen nochmals gesondert geklärt werden, da eventuell ein anderes Krankheitsbild entstanden ist ( Stichwort Superinfektion ). Auch monatelanger Husten muss auf Keuchhusten abgeklärt werden.

Differentialdiagnose
Differentialdiagnose zeigen Krankheiten, die ähnliche Symptome zeigen. Bei der Bronchitis sind die häufigsten Folgende:

  • Lungenentzündung
  • Grippe
  • Keuchhusten
  • Asthma

Natürlich gibt es noch eine Reihe weiterer Differentialdiagnosen bei der Bronchitis wie zum Beispiel Lungenkrebs oder Herzprobleme.

Bronchitis in der allgemeinmedizinischen Therapie
Abhängig vom Erreger kann bei bakterieller Bronchitis ein Antibiotikum verabreicht werden.
Aber auch bei der viralen Version ist Antibiotika im Fall einer Superinfektion angezeigt. Es gibt auch schleimlösende Wirkstoffe wie zum Beispiel Ambroxol oder Acetylcystein, die als Saft, Brausetablette oder Pille angeboten werden.
Auch Bronchien erweiternde Wirkstoffe können besonders bei krampfenden Beschwerden das Abhusten erleichtern und so positiv auf Heilung auswirken.
Vermeiden sollte man Wirkstoffe, die den Hustenreiz unterdrücken. Der Husten transportiert den Schleim ja aus der Lunge und schafft so wieder ein normales Umfeld. Diesen Transport durch ein Medikament zu verhindern macht keinen Sinn und ist überdies kontraproduktiv.

Heilkräuter bei Bronchitis
Es gibt eine Menge an Pflanzen und Heilkräuter, die bei einer Bronchitis gute Wirkung zeigen. Doch wir wollen hier nur jene Heilpflanzen anführen, die weit verbreitet und leicht zu erkennen sind. Meine Auswahl zielt auch darauf ab, dass die in Folge genannten Heilpflanzen in Kombination über das ganze Jahr über verfügbar sind.

  • Spitzwegerich ( Frühjahr bis Herbst verfügbar)
  • Fichte und/oder Tanne ( ganzjährig verfügbar )
  • Königskerze ( Sommer verfügbar )
  • Schlüsselblume ( Frühling verfügbar )
  • Huflattich ( Frühling verfügbar )

Die Pflanzen werden am Besten als Tee oder in der Suppe genossen.
Die jungen Triebspitzen bzw. die Triebe von Jungbäumen der Fichte bzw. Tanne verzehrt man roh oder setzt sie mit Zucker bzw. Honig an.

Akupressur bei Bronchitis
Akupressur ist eine Heilmethode aus der TCM ( traditionellen chinesischen Medizin ) und ist die einfachere Vorstufe zur Akupunktur.
Die Akupressur ist für Survival Situationen besonders interessant, da diese Technik sehr schnell und einfach anzuwenden ist – Hände und Finger hat man schliesslich immer dabei.

Bei Bronchitis bearbeitet man am Besten folgende beiden Energiepunkte:

EG 22 – liegt direkt unter dem Kehlkopf in der Vertiefung am Hals

Diese Vertiefung soll mit leichtem Druck für 30 Sekunden mehrmals täglich gedrückt werden.
Jedoch darf der Druck nicht zu stark sein, da dieser Bereich am Hals sehr empfindlich ist.

Schmerzen darf das Drücken auf keinen Fall auslösen. Wer andere Menschen mit Akupressur „behandeln“ möchte sollte jedoch besonders auf die Intensität des Drucks achten.

N 27 – liegt auf der Vorderseite unter dem Schlüsselbein in den Grübchen neben dem Brustbein

Auch diese Vertiefung soll mehrmals täglich für 30 Sekunden gedrückt werden.
Im Gegensatz zum vorigen Punkt ist dieser Akupressurpunkt nicht so empfindlich – Doch das hängt auch vom Patienten ab.

Auch bei der Akupressur gibt es mehrere Punkte, die im Falle einer Bronchitis verwendet werden können, doch diese beiden Energiepunkte haben sich als wirksam, leicht zu merken und gut ohne fremde Hilfe zu erreichen gezeigt.

Wichtige Hinweise!
Die oben angeführten Informationen sind nach besten Wissen und Gewissen recherchiert und zusammengetragen worden. Jedoch bin ich kein Arzt und kann daher keine Garantie abgeben. Bei Beschwerden sollte ein Arzt oder Heilpraktikant aufgesucht werden, denn eine richtige Diagnose braucht Erfahrung und Etwas mehr Wissen als man im Internet oder aus Büchern erwerben kann. Daher möchte ich klar auf die Grenzen der laienhaften Selbstbehandlung hinweisen und einen Besuch bei einem ausgebildeten Spezialisten anraten.
Natürlich ist es in einer Survival Situation nicht möglich einfach zum Arzt zu gehen und genau für diesem Fall ist dieses Wissen zu verwenden.

About the author

Reini Rossmann

Hauptberuflicher Survival und Bushcraft Trainer, Leiter von Pflanzenseminaren, Vortragender und Autor