Ausharren oder weitergehen? Wer überlebt?

Die Kurzfassung dieser tragischen Geschichte vom letzten Wochenende gleicht einem Muster.
Zwei erfahrene Bergsteiger kommen in ein Unwetter, dass einen Kälteeinbruch hervorruft. Windböen um 130 km/h und 30cm Neuschnee gehen in der hochalpinen Zone nieder.
Der Eine bleibt in einer provisorischen Unterkunft einem Notbiwak zurück während der Andere im Unwetter weiter geht.

Man darf nun raten wer von den beiden Bergsteigern überlebt hat und Welcher nicht.
Die Antwort ist: Der Mann, der in der Unterkunft geblieben ist überlebte.
(Hier zum Artikel)

Nun kann man keinesfalls alle Szenarien über einen Kamm scheren. Dennoch fällt auf, dass jene Menschen die bei einem Unwetter Schutz suchen besser Überlebenschancen haben als Jene die bei extremer Witterung weiter gehen.

Ist Ausharren wirklich besser?

Nehmen wir ein anderes Beispiel, das sich ebenfalls in den Bergen ereignete.
4 deutsche Bergsteiger sind am Großvenediger unterwegs und werden von Untwetter mit Temperatursturz und Neuschnee überrascht.
Die Bergsteiger errichteten eine Notunterkunft – konkret eine Schneehöhle und bleiben für 3 Tage in ihren Biwagsäcken um auf eine Wetterbesserung zu warten.
Alle haben überlebt – zwar mit leichten Erfrierungen aber dennoch in gutem Allgemeinzustand.
Wären die Vier weitergegangen wäre die Sache wahrscheinlich anders ausgegangen.
(Hier geht es zum Artikel)

Doch was bewegt einen Menschen, der einem Unwetter ausgesetzt und dazu noch Notausrüstung dabei hat, diese nicht einzusetzen.
Ist es Selbstüberschätzung oder einfach das falsche Einschätzen von Gefahren.
Auf jeden Fall hat es damit zu tun, dass die Gefahr der Unterkühlung,
besonders bei Wind (Stichwort Windchill)unterschätzt wird.

Unterkunft ist die Survival-Ressource Nummer 1

Und das nicht ohne Grund. In 3 Stunden ist der menschliche Körper bei kalter Witterung erfroren. Somit hat die Erhaltung des Temperaturhaushaltes im Körper die höchste Priorität.
Erst dann kann man sich den anderen Dingen wie Feuer, Wasser und Nahrung widment.
Die beiden Beispiele zeigen das sehr eindrucksvoll.

Der Termindruck, der Dich umbringt

Ein weiterer Aspekt ist Termindruck. Was das mit Überleben zu tun hat, wird sich nun der Eine oder die Andere fragen.
Sehr viel. In der Natur gibt es keine Termine. Keinen festen Zeitpunkt, der einzuhalten ist.
Selbst wenn der Urlaub am nächsten Montag endet und man wieder zur Arbeit gehen muss, das Wetter schert sich nicht darum. Dagegen anzukämpfen ist sinnlos und gefährlich.

In solchen Situationen ist Ausharren die beste Devise.

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About the author

Reini Rossmann

Hauptberuflicher Survival und Bushcraft Trainer, Leiter von Pflanzenseminaren, Vortragender und Autor